So berichteten die Medien über Wagners "Die Walküre" an der Göteborger Oper, Januar 2004:
Die Musik wird in der Produktion von Wagners "Die Walküre" an der Göteborger Oper neu geboren. Und wenn irgendjemand vor den anderen hervorgehoben werden soll, ist es der Dirigent Patrik Ringborg.
Der Nuancenreichtum, den er dem Orchesterspiel entlockt, ist einzigartig.
... Stattdessen liegt der Fokus gänzlich auf der Musik, auf den in jedem Augenblick schwankenden Gefühlen, etwas, was wiederum unerwarteten Zugang ins Dramatische bereitet. Oder eher: in das Kammerspiel, das sich hinter all dem, was überreich und mythologisch kompliziert ist, versteckt. Ein ganz anderer Wagner tönt hervor, entschieden näher an Strindberg und Ibsen als man auf den ersten Blick glauben würde. Ein Schilderer der Unruhepunkte und Risse der bürgerlichen Familie, der von dem komplexen Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft erzählt: Zugehören oder nicht zugehören, aufbauen oder zerstören?
Die Platzierung des Orchesters auf der Bühne statt in dem Orchestergraben ist ebenfalls geglückt. Plötzlich befindet sich die Kommunikation zwischen den Sängern und den einzelnen Instrumenteneinsätzen im Focus, und die Leitmotivkonstruktion wird in einer ganz anderen Weise verständlich.
Wenn irgendjemand als Held des Abends hervorgehoben werden soll, ist es der Dirigent Patrik Ringborg. Genau wie in der "Tristan und Isolde"-Inszenierung der vorigen Spielzeit gelingt es ihm, eine einzigartige Beweglichkeit und Nuancenvielfalt hervorzubringen, und man kann schon jetzt feststellen, daß Ringborg auf dem Wege ist, sich durch diese erstaunliche Wagner-Frische eine eigene Dirigentenidentität zu schaffen. Am meisten beeindruckt der kammermusikalische Anschlag, die Leichtigkeit und Gelenkigkeit an sich, wie in den Solopassagen für Cello, Baßklarinette, Fagott und Oboe. So wohltuend weit vom schweren und bombastischen Wagnerspiel. So uneingeschränkt schön.
Die Einfachheit und die Transparenz ist das, was am meisten diese Vorstellung auszeichnet, eine Durchsichtigkeit, die ausschließlich zum Vorteil Wagners ist. Die Musik wird aufs neue geboren und lebt ihr eigenes Leben, fern von Ritterrüstungen und überideologischen Deutungen.
(Göteborgsposten, 13.01.2004)
Das Orchester tritt hier genau wie der Chor der antiken Dramatik hervor, stets bereit, die Geschehnisse mit hervorblitzenden Leit-Motiven zu kommentieren. ... eine Vorstellung, die kein Wagner-Liebhaber missen sollte. Mit ... einem Orchester in Höchstform ist es ein Genuss zuzuhören. Patrik Ringborg zeigt wiedermal, daß er mit der Tonsprache Wagners eine sichere Hand hat. Er treibt die nervösen Abschnitte und gibt ständig Zeugnis einer Feinhörigkeit, die sich nicht zuletzt durch ein souveränes Gespür für das Klangliche zeigt - nie werden die Sänger von dem Orchester übertönt.
Das wiederum kommt davon, daß alle Mitwirkenden ein hohes Niveau halten.
(Dagens Nyheter, 13.01.2004)
Der Dirigent Patrik Ringborg hielt alles phänomenal zusammen und holte eine kammermusikalische Qualität, die perfekt der dramatischen Aktion entsprach, aus der Partitur heraus.
(Financial Times, 14.01.2004)
Patrik Ringborg hat sorgfältig an den Details dieser unendlich reichen Partitur gefeilt. ... das Orchester der Göteborger Oper bringt eine großartige Leistung wie immer in letzter Zeit.
(Aftonbladet, 14.01.2004)
... Die "Walküre" der Göteborger Oper ist mehr fürs Zuhören als fürs Zusehen geeignet. Das Orchesterspiel unter Patrik Ringborg ist auf lange Strecken außerordentlich vortrefflich, wohlbalanciert und - nicht zuletzt - dynamisch variiert.
(Svenska Dagbladet, 13.01.2004)
Wagners Musik ... ist unwiderstehlich, besonders, da sie von einem Orchester, das selbst hingerissen ist, aufgeführt wird, einem Orchester, das wir außerdem sehen können, während es seine künstlerische Aufgabe ausführt und geniesst. Patrik Ringborg ... und die Musiker schenken uns ein fantastisches Musikerlebnis.
(GT, 12.01.2004)
Eine Hauptrolle wurde dem erweiterten Orchester mit vier Harfen und den besonderen Wagnertuben zugeteilt. Es wird engagiert und einsichtvoll - vor offenem Vorhang - von Patrik Ringborg geleitet. ... Die intime Seite - ja, es gibt sie! - der "Walküre" darf blühen. Zeitweilig wurde Wagner kammermusikalisch, aber Ringborg macht auch für die heroischen Eruptionen im Orchestersatz Platz.
(Sydsvenska Dagbladet, 13.01.2004)
Eine ... musikalisch sehr beeindruckende Wiedergabe des publikumswirksamsten Teiles der Tetralogie... mit feldherrischem Überblick und nie fehlender Detailobservanz lotst Patrik Ringborg sowohl Sänger als auch Orchester durch die verwickelten Veränderungen der Riesenpartitur zwischen gewaltigen Klangeruptionen und fast kammermusikalischer Transparenz.
(Hallandsposten, 14.01.2004)
... hier ist es auffallend, wie intensiv und mitreißend das Drama wird, wenn das Orchester als Mitagierender sichtbar ist und die Musik unter den gleichen Bedingungen wie die Sänger visualisiert. ... Wenn die Leitmotive zusammengewebt werden und durch die verschiedenen
Instrumentengruppen wandern, ist es also ein ganz neues und sehr faszinierendes Allkunstwerk, das wir verfolgen dürfen, z. B. ... wenn die Baßklarinette in der Auseinandersetzung zwischen Vater und Tochter eine lebendige und wahrnehmbar Mitagierende wird. Dadurch rückt auch der Dirigent ins sichtbare Zentrum, und Patrik Ringborg scheint sich in der Rolle wohl zu fühlen. Er hat alles unter totaler Kontrolle und weiß, was er mit seiner "Walküre" will. Auch das wird ein Schauspiel in sich, wenn er die Nuancen, Details und dramatischen Steigerungen aus dem alles gebenden Orchester der Göteborger Oper hervorlockt und herausholt.
(Tidskriften Opera, 01.2004)
Der Bühnenraum der Walküre an der Göteborger Oper birgt nicht nur die Sänger, sondern auch das ganze Orchester - besonders gewaltig mit 90 Musikern und u.a. vier Harfen in Reihe. Es ist schön, in einer Opernvorstellung einmal nicht nur nebenbei die Arbeit des Dirigenten Patrik Ringborg zu verfolgen. Er hat nahezu wortwörtlich dieses Riesenorchester in seiner Hand und zusätzlich dazu, daß es gut klingt, stellt seine beredte Körpersprache eine kleine Vorstellung in der Vorstellung dar.
(Bohusläningen, 13.01.2004)
In der Gestaltung der Göteborger Oper fließt die Musik unwiderstehlich schön unter der Leitung Patrik Ringborgs. Es zeigt sich als gelungen, dieses große Orchester sichtbar zu haben, dieses bei Wagner so intime Zusammenspiel mit den Sängern zu verfolgen.
Mit dieser Vorstellung hat die Göteborger Oper ihre Stellung als Wagner-Bühne befestigt, und der Ehrengast des Abends, Birgit Nilsson, die mit stehendem Applaus gefeiert wurde, muß sich zufrieden und stolz gefühlt haben. Jetzt erwarten wir noch den restlichen "Ring" an der Göteborger Oper!
(Borås Tidning, 13.01.2004)
Ein vorzügliches Orchester wurde vorbildlich von Patrik Ringborg geleitet.
(Ulricehamns Tidning, 15.01.2004)
Das Faszinierende, das darin liegt, sowohl die Bühne als auch das Orchester auf dem gleichen Niveau betrachten zu können, wird ganz gewiss mit dem Risiko, daß die Sänger gelegentlich übertönt werden könnten, bezahlt. Aber der Dirigent Patrik Ringborg ist ein formidabler Musiker, und selten hat man in der "Walküre" so eine entzückende Selbstverständlichkeit und Vielfalt an Details gehört, dazu noch in einen runden und klaren Klang eingewoben.
Es brauchte in dem rasenden Vorspiel, das Siegmunds Flucht beschreibt, nicht viele Takte, bis die Stimmung an den Siedepunkt kam, und dort blieb sie dann!
(Børsen, 13.01.2004)
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