Patrik Ringborg, Dirigent

So schrieb die Presse über Strauss' "Elektra" an der Norwegischen Nationaloper, Oslo, Mai 2009:

... Besonders interessant aus schwedischer Sicht ist außer Resmark auch Patrik Ringborg, der galant das Riesenorchester zügelt. Das Ergebnis ist suggestiv und stark. Unter der Leitung Ringborgs atmet das ganze Haus Elektra und mit Gänsehaut kann man sich darüber freuen, dass er nicht erlaubt, dass die Musik nebensächlich wird. Sie nimmt Platz, aber immer mit den Sängern abgestimmt. Sie pulsiert wundervoll zwischen Delikatem und Bombastischem wie die Nabe eines Paradoxen. Meine Worte reichen nicht aus, aber Elektra fasst es fein zusammen: 'Schweig, und tanze. Alle müssen herbei!'
(Tidskriften Opera, 07.2009)

Von der Staatskapelle Berlin ist nur das Beste zu erwarten, und man bekommt es auch: Ein gewaltiger, blutroter Orchesterklang. Aber auch in Oslo bekommt man dies, wo Patrik Ringborg das Opernorchester zum vollblütigen Strauss-Orchester verwandelt. Dazu brauch es Einiges.
(Vårt Land, 09.06.2009)

Vom großen Orchester fest umschlossen, wird eine Musik, weit entfernt vom Puritanischen, geboten. Die über 100 Musiker im Orchestergraben erschaffen einen ergiebigen Klang, und unter dem Dirigenten Patrik Ringborg klingt der Orchestersatz intensiv sowohl in den siegesjubelnden Wandlungen, in den dünneren und mehr verletzlichen Augenblicken, sowie in den übrigen, fein nuancierten Schilderungen von starken Menschengestalten.
(Dagsavisen, 06.06.2009)

... Patrik Ringborg hat die gewaltigen Orchesterklänge administriert.
... Die dramatische Musik bekommt eine Dimension mit eigenen Gesetzen, sie geht tief in unsere Seele, zerreisst unser Inneres und schafft ein Chaos der Gefühle. Ohne sie wäre das Drama nicht so wirkungsvoll. Sie verstärkt und erklärt. So gesehen bekommen wir durch diese Inszenierung einen wichtigen Beweis für die bedeutende Position der Oper als Kunstform.
Die Klänge sind ausdrucksvoll, expressionistisch, krass und schneidend. Kein bel canto, keine schönen Arien in dieser kurzen Vorstellung, die unter zwei Stunden dauert. Aber unbedingt dramatische Musik, eingesetzt mit den gekonnten Kniffen eines wahren Musikmeisters. Meisterlich! Aufregend!
Das Thema ist auch von dem Zeitgeist geprägt und verleiht der Musik Ausdruck. Es ist die Zeit der Auflösung der Normen, Freuds Psychoanalyse und Frauen in seelischem Aufruhr. All dieses wird in der Musik widerspiegelt. Es ist, als würden wir "Der Schrei" von Munch in der Welt der Musik erleben. ... Gleich vom Anfang an bei dem geradezu Schreien der Mägde über Elektras 'Wahnsinn' ist der musikalische Ausdruck stark, und es sind auch keine einfachen Aufgaben, die selbst die scheinbar kleineren Partien haben. Wir dürfen auch nicht den Einsatz eines mehr als 100-Köpfigen mächtigen Orchesters im Graben vergessen. Orchester und Akustik bekommen volles Lob: Wie es klingt!

(Kulturspeijlet, 30.05.2009)

Patrik Ringborg dirigierte aufregend ein spielfreudiges Orchester.
(LA Times, 03.06.2009)

... der Saal zeigt sich im reichen Klang von seiner besten Seite.
Gigantisches Orchester
Der Orchestergraben bereitet Platz für ein Riesenorchester mit 103 Musikern. Der Komponist verwendet u.a. acht Klarinetten und eine Reihe anderer Bläser. Ein Großteil der Handlung findet im Orchester statt, und die virtuose Partitur präsentiert und vertieft die Charaktere.
Der schwedische Dirigent Patrik Ringborg holt aus dem Orchester das Beste heraus. Es schwingt mit in den vielen heftigen und nuancierten Ausbrüchen. ... Es ist eine enorm reiche Partitur, vereint mit einer intensiven, fast hysterischen Handlung - expressionistische Oper am Höhepunkt der Wildheit.

(NRK, 08.06.2009)

Das Riesenorchester mit 103 Musikern lässt einen makellosen Klang aus dem Orchestergraben emporsteigen.
(Verldens Gang, 30.05.2009)

Das Orchester war am interessantesten in der Aufführung, die ich besuchte. Der Dirigent Patrik Ringborg entfaltete die Komplexität der Partitur und das Orchester antwortete mit strahlendem Spiel.
(Med andre ord, 07.06.2009)

Ein über hundertköpfiges Orchester schafft hoch spannungsvolle, dicht gewebte Klänge und Leitmotive, die den mentalen Schwingungen der Operncharaktere folgen. ... Aber das Orchester lässt sie [Elektra] durch und zeichnet durchweg Strauss extreme Kontraste auf vorbildliche Weise.
(Aftenposten, 11.06.2009)

Richard Strauss' tragische Oper Elektra in Oslo ist eine Co-Produktion mit der Deutschen Oper am Rhein und musikalisch gesehen ein fantastisches Ereignis, wodurch die Norwegische Nationaloper sich eine bedeutende Position in der internationalen Opernwelt verschafft. ... An der Spitze des sehr großen Orchesters der Norwegischen Oper stand der Dirigent Patrik Ringborg. ... Das Orchester spielte prachtvoll, die Sänger sangen großartig, es war ein Erlebnis auf höchstmöglichem Niveau. BRAVO.
(Kulturkompasset, 10.06.2009)

Eine intensive Elektra in Oslo
An der Osloer Oper hat man in diesem Frühsommer noch ein paar Mal die Gelegenheit, Musikdramatik im wahrsten Sinn des Wortes zu erleben. Die letzte Oper im Großen Haus in dieser Spielzeit ist nämlich Richard Strauss' Elektra aus dem Jahr 1909, eine Zusammenarbeit mit der Deutschen Oper am Rhein und ein Beispiel dafür, wie das neue norwegische Opernhaus internationale Stars lockt - hier u.a. die Schweden Patrik Ringborg und Susanne Resmark, die Königin Klytämnestra verkörpert. ...
Das Opernorchester unter Patrik Ringborgs Führung ist ebenso wie die Gestalt der Elektra stets präsent und zeigt die ganze Vorstellung hindurch in jeder Situation eine unbezwingliche Kraft.

(Bohusläningen, 10.06.2009)

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